


Kinderheim Sikkim – unsere Mission
​Unsere Mission ist es, Kindern aus entlegenen und benachteiligten Regionen Sikkims, Nepals oder Assam ein liebevolles Zuhause zu bieten, mit allem, was sie brauchen, um körperlich und seelisch gesund, gebildet und selbstbestimmt aufzuwachsen. Die meisten unserer Kinder sind Halbwaisen. Viele haben ihre Mütter bei der Geburt verloren, und ihre Väter sind dem Alkohol verfallen, oft überfordert, arm und ohne Halt. Andere wurden von ihren Vätern verlassen, die auf der Suche nach Arbeit ins Ausland gingen in die Emirate, nach Malaysia oder weiter. Sie kehrten nie zurück. Oft kam weder eine Nachricht noch eine Unterstützung. Es blieb einfach ein leerer Platz im Leben der Kinder.
Wir begleiten jedes Kind individuell, bis zum Abschluss der Ausbildung. Dabei spielt es für uns keine Rolle, welcher Religion oder Herkunft die Kinder angehören. Sie wachsen in einem Alltag auf, der von der Philosophie der Bön-Tradition geprägt ist, wo Mitgefühl, liebende Güte und Achtsamkeit die obersten Werte sind. Niemand muss sich zu einer Religion bekennen – Würde, Respekt und Herzensbildung stehen im Mittelpunkt.
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Rinpoche Yongten Gyatso steht für gelebte Gleichberechtigung – mitten in der patriarchalen Struktur eines traditionellen Mönchsklosters. Er hat bewusst eingeführt, dass auch die Mädchen im großen Tempel die heilige Trommel schlagen und als Vorbeterinnen auftreten dürfen. Gleichberechtigt für alle, und das ist in dieser Region der Erde, alles andere als selbstverständlich. Auch in der Ausbildung gibt es keine Unterschiede: Jedes Kind wird nach seinen Fähigkeiten und Interessen individuell gefördert, unabhängig vom Geschlecht​.
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Alle Kinder sind gleich viel wert, und werden nach
ihren Talenten gefördert.
Rinpoche Yongten Gyatso
Meilensteine – Kloster und Kinderheim
2011
Erste Reise von Heidy
nach Sikkim.
Beginn der Verbindung
zum Kinderkloster.
2013
Bau des neuen Klosters und Kinderheims für Buben durch Rinpoche Yongten Gyatso.
2014
Eindrückliche Reise nach Dolpo. Vision des Baus eines Mädchenheims in Sikkim.
2015
Zusage der Finanzierung einer Schweizer Stiftung für den Bau eines Mädchenheims
2016
Baubeginn des Mädchenheims in Sikkim. Finanziert durch die Stiftung.
2018
Erster Junge schliesst seine Ausbildung als junger Erwachsener erfolgreich ab.
2018
Einzug der ersten Mädchen ins neue Kinderheim – welch grosse Freude.
2023
Würdigung unseres Klosters und Kinderheims durch den 34. Menri Trizin Rinpoche
2024
Baubeginn des Entwicklungszentrums, Werkstätten und Thangkamalerschule
2024
Würdigung und Einladung zu seiner Heiligkeit dem Dalai Lama
2025
Rund 80 Kinder und Jugendliche leben im Kinderheim. Davon sind 12 in der Ausbildung.

Rinpoche – der Visionär
Rinpoche ist der Abt des Klosters und Leiter unseres Kinderheims. Der Visionär, die Vater-Figur und die spirituelle Kraft des Klosters. Er stammt ursprünglich aus Tibet und trägt in sich das lebendige Wissen einer alten Tradition, der Yungdrung Bön, verbunden mit großer Menschlichkeit und einem wirklich sehr guten Geschäftssinn. Das ist unser grosses Glück. Diese Qualitäten, vereint in einem Menschen, kommt dem Projekt sehr zugute.
Auf Wunsch seines Lehrers, Lopön Tenzin Namdak Rinpoche, der 2025 100 Jahre alt wurde, kam er nach Sikkim, um ein Kloster zu erneuern. Doch durch äußere Umstände konnte er diese Vision dort nicht verwirklichen. Mit der Unterstützung eines russischen Schülers gründete er schließlich ein neues Kloster. Mit einem enormen körperlichen und geistigen Einsatz wälzte er Gedanken in der Nacht und bei Tag packte er immer selbst mit an beim Bau. Hinter seiner Kraft liegt ein langer, nicht einfacher Weg. Rinpoche musste einst seine Heimat verlassen und ihm wichtige Menschen zurücklassen. Vielleicht ist es gerade dieses gelebte Mitgefühl, das ihn zu dem macht, was er heute ist. Ein Lehrer, der nicht nur Worte spricht, sondern durch sein ganzes Wesen lehrt.
Ob im Mönchsgewand beim Unterrichten oder mit den Händen in der Erde beim gefährlichen Bau der Wasserleitung. Rinpoche ist für unsere Kinder Vorbild, Begleiter und väterliche Kraft. Seine visionäre Schaffenskraft, Vertrauen ins Leben und in meine Arbeit macht dieses ganze Projekt überhaupt erst möglich. Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis, welches auf Vertrauen und Verlässlichkeit beruht und dieses Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit. Mit Rinpoche Yongten Gyatso haben wir einen Menschen gefunden, der die seltene Gabe besitzt, spirituelle Tiefe mit geerdeter Lebenspraxis zu verbinden.
